Einer von mehreren hundert Briefen aus der Korrespondenz zwischen Adolf Cluss, Karl Marx und Joseph Weydemeyer, der wie Cluss in den USA lebte (Adolf Cluss an Joseph Weydemeyer, 6. Juni 1852.


Cluss und die Politik in USA

Anderthalb Jahre nach seiner Auswanderung in die USA nahm Adolf Cluss die Verbindung mit den in England lebenden Führern des Bundes der Kommunisten wieder auf. Seine Briefe machen deutlich, dass er die Ereignisse in Europa verfolgte und Unterstützung für die Sache der Revolution anbot.

Cluss benutzte Informationen, die ihm von Karl Marx, Friedrich Engels und Wilhelm Wolff zugesandt wurden, um scharfe Artikel gegen politische Widersacher in der deutsch-amerikanischen Einwandererkreisen zu schreiben. Er veröffentlichte außerdem marxistische Propaganda, um bei der Errichtung einer kommunistischen Hochburg in Amerika mitzuhelfen.

Im Juli 1852 trat Adolf Cluss dem Washingtoner "Turnverein" bei, einem deutschsprachigen Sportverein, der von den politischen Flüchtlingen bevorzugt wurde. Cluss wurde zum Sekretär gewählt, so dass er Einfluss auf den nationalen Turnerbund nehmen konnte.

Die Jahre 1852 und 1853 waren der Höhepunkt seiner Aktivitäten im Bund der Kommunisten. Cluss schrieb Artikel über Themen der amerikanischen Geschichte, über Industriearbeit und Einwanderung sowie politische Kommentare für "The People's Paper" in London und "Die Reform" in New York. Themen aus der Arbeitswelt standen im Zentrum seines Interesses, seit er zu der aufkeimenden Arbeiterbewegung in den USA zählte. Doch die hohen Erwartungen wurden enttäuscht und Cluss erkannte, dass sich die Arbeitsbedingungen in den USA grundsätzlich von denen in Europa unterschieden und eine Revolution durch die Arbeiterschaft in den Vereinigten Staaten kaum denkbar war.

Der Briefwechsel zwischen Adolf Cluss und Karl Marx endete 1855, als Cluss amerikanischer Staatsbürger wurde. Wie viele seiner Turnkameraden schloss sich Cluss irgendwann zwischen 1855 und 1860 der republikanischen Partei an, die zu dieser Zeit aufgrund ihrer Ablehnung der Sklaverei in Washington geächtet war, und unterstützte sie bis zu seinem Lebensende.

 

 

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